Balustraden auch nördlich der Alpen
| Freiensteinau-Salz (ink). Wußten Sie schon, was ein Baluster ist? Genau, es ist ein Glied
aus der Kette einer Balustrade. Just solche Baluster bietet
Balustraden-Sommer aus Salz heuer erstmals auf der Wächtersbacher Messe
an, und zwar nicht aus Marmorstein, weil dieses Material neuerlich
selbst für "Besserverdienende" zu teuer ist, sondern aus dem
durchaus erschwinglichen und überaus haltbaren Kunststein.
Kunststein wird aus Weißzement mit einer Marmorkörnung gegossen und ist ein Import aus Spanien. Harald Sommer will dieses Material jetzt nördlich der Alpen populär machen, nachdem er sein Ferienhaus in Spanien gemäß der dort vorherrschenden Mode ringsherum mit Balustraden versehen hat. Sommer hat das von ihm propagierte Material erst im rauhen Vogelsberg getestet, ehe er sich damit auf den Markt wagte. Im Rohzustand, so befand er, neige der Kunststein dazu, durch die Feuchtigkeit Patina anzusetzen und zu vergrauen. Also läßt er die Balustraden mit einer Lasur versehen, wahlweise matt oder glänzend, und nunmehr ist der spanische Kunststein gerüstet, auch nordalpinen Witterungseinflüssen zu trotzen. |
Sommer,
der seit Jahrzehnten Erfahrung mit der Verlegung von Natursteinen hat,
glaubt, mit seinen Kunststeinbalustraden in eine Marktlücke stoßen zu
können. "Vor Jahren mußte am und im Haus alles braun und in
Naturholz sein", erinnert er sich. Heute jedoch greife man in der
Fassadengestaltung wieder gerne auf die freundlichere Farbe Weiß zurück
- bei Fenstern und Türen zum Beispiel. Und zu einem modernen Haus in
Weiß passe halt das, was er als Balustrade anzubieten habe, am Balkon
oder als Einfriedung besser als das braune Holz. Das seine Balustraden nördlich der Alpen nicht fehl am Platze seien, hätten schon vorausgegangene Generationen bewiesen. Frühere Schlösser und vornehme Stadthäuser seien mit Balustraden von diesem Aussehen versehen worden. Die Balustraden seien aus der Mode gekommen, weil sich Ausführungen in Naturstein niemand mehr habe leisten können. Für Kunststein hingegen sei nur ein Drittel des Preises zu berappen, der für Naturstein verlangt werde. Und die Kunststeinausführung sei zudem noch haltbarer.
|